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EU-Agrarzahlungen Transparenzdatenbank

Endlich werden die Subventionen für die Landwirtschaft im Internet transparent gemacht. Vollständig sind die Angaben aber nicht. Die EU-Kommission hat für Österreich im Vorjahr das "Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum für den Zeitraum 2007 bis 2013" mit einem Gesamtvolumen an öffentlichen Ausgaben in der Höhe von 7.822.289.053 Euro genehmigt.

Im technischen Sinn sind dies Subventionen, welche die "traditionellen Agrarsubventionen" und Mittel für die ländliche Entwicklung umfassen. Sie übersteigen den Produktionswert des gesamten Sektors Land- und Forstwirtschaft des Jahres 2007 (rund sieben Mrd. Euro) um zirka zehn Prozent. Umgerechnet auf ein Einzeljahr entspricht dieses Subventionsvolumen 3,2-mal dem jährlichen "Faktoreinkommen Landwirtschaft" aller österreichischen Landwirte zusammengenommen. Oder anders ausgedrückt: alle zwei Jahre kommt für die Land- und Forstwirte Österreichs ein gesamtes landwirtschaftliches Jahreseinkommen aus dem Budget dazu.

MEHR + eSOURCE:
Agrarförderungen online

EU-Kommission fordert 126,7 Mio. EUR Agrargelder zurück


Die Europäische Kommission hat heute beschlossen, EU-Agrargelder in Höhe von insgesamt 126,7 Mio. EUR, die von den Mitgliedstaaten vorschriftswidrig verwendet wurden, wiedereinzuziehen. Die Gelder fließen aufgrund der Nichteinhaltung von EU-Vorschriften über die Agrarausgaben bzw. aufgrund von unzureichenden Kontrollverfahren in den Gemeinschaftshaushalt zurück. Die Mitgliedstaaten sind für die Auszahlung und Prüfung der Ausgaben im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zuständig, während sich die Kommission vergewissern muss, dass die Mitgliedstaaten die Mittel vorschriftsmäßig verwendet haben.

Mit dieser neuesten Entscheidung ergehen Rückforderungen an Belgien, Zypern, Dänemark, Spanien, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Griechenland, Italien und Slowenien.

* 100,6 Mio. EUR werden von Dänemark wegen Mängeln bei der Fernerkundung und bei der Kontrolle der Einhaltung der Flächenstilllegungsvorschriften (Flächenbeihilferegelung) zurückgefordert.
* 9,5 Mio. EUR müssen vom Vereinigten Königreich wegen unsachgemäßer Anwendung der Risikoanalyse und unsachgemäßer und unzureichender Prüfung der Unterlagen im Rahmen der Ausfuhrerstattungsregelung zurückgezahlt werden.
* 7,2 Mio. EUR werden Belgien wegen der unzureichenden Zahl von Laboruntersuchungen von Zucker im Rahmen der Ausfuhrerstattungsregelung angelastet.
* 2,4 Mio. EUR sind von Irland wegen Mängeln bei der Risikoanalyse und der unzureichenden Qualität und Anzahl von Warenkontrollen im Rahmen der Ausfuhrerstattungsregelung zurückzuzahlen.
* 2,3 Mio. EUR werden von Frankreich wegen Nichteinhaltung der Zahlungsfristen und Nichtanwendung von Sanktionen im Rahmen des Nahrungsmittelhilfeprogramms zurückgefordert.
* 1,7 Mio. EUR werden Belgien wegen nicht zuschussfähiger Ausgaben (umweltgerechte Verpackung und MwSt) im Rahmen der Regelung für Obst und Gemüse angelastet.
* 1,5 Mio. EUR müssen von Slowenien wegen Mängeln bei Schlüsselkontrollen im Rahmen der Flächenbeihilfezahlungen zurückgezahlt werden.
* 1,3 Mio. EUR werden Griechenland wegen unzureichender Kontrollen und unzuverlässiger Daten über die Zuckerausfuhren angelastet.

Mehr:
FactSheet: Umsichtige Verwaltung des Agrarhaushalts, pdf., 16 S., 580 KB, 7.12.2007
Entscheidungen der Kommission zum GAP-Konformitätsabschluss

Schweizer Emmentaler passe?


Greyerzer oder Le Gruyère ist ein Schweizer Hartkäse mit geschützter Herkunftsbezeichnung aus Kuh-Rohmilch. Die Käseherstellung lässt sich im Greyerzerland bis in das Jahr 1113 zurückverfolgen. In einer aus diesem Jahr stammenden Urkunde des ersten Grafen von Greyerz werden Zuwendungen von Käse an die Abtei von Rougemont erwähnt. Der Gebrauch des Namens Gruyère als Bezeichnung für eine Käsesorte, die dem heutigen Greyerzer ähnlich gewesen sein dürfte, ist im Jahr 1602 erstmals urkundlich belegt, als die Regierung von Freiburg den Delegierten der französischen Botschaft vierzehn Laibe davon als Geschenk anbot.

Seit Juli 2008 hat die schweizer Produktion des "Greyerzer" den Emmentaler überholt. Im Oktober 2008 ist mit 2'233 t mehr Gruyère produziert worden als Emmentaler (2'155 t). Das sagt die neuste Milchmarktstatistik der schweizer Treuhandstelle Milch GmbH zeigt. Nun scheint sich diese Entwicklung auch beim Export fortzusetzen. So hat sich der Gruyère-Export hat günstig entwickelt. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind 9'365 t Gruyère AOC exportiert worden, dies ist ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr. Beim Emmentaler AOC hingegen ist der Export in der gleichen Zeitperiode um 7,7 Prozent auf 17'872 t zurückgegangen.

Alleinstellungsmerkmal. Anton Schmutz, Direktor des gewerblichen Käsereiverbandes Fromarte schreibt die ungleiche Produktionsentwicklung auf die ungleiche Marktsituation zu. "Im Gegensatz zum Emmentaler AOC ist es einfacher, Gruyère auf dem Markt zu positionieren. Gruyère AOC hat im Ladenregal nicht gegen eine Vielzahl von Imitaten zu kämpfen", sagt Schmutz. Obschon heute noch rund doppelt so viel Emmentaler wie Gruyère exportiert wird, ist es laut Schmutz denkbar, dass Gruyère den Emmentaler längerfristig vom ersten Platz der Exportrangliste verdrängen könnte.

Ein Omen könnte schon der World Championship Cheese Contest 2008 in Wisconsin, USA gewesen sein. Dort beim weltgrössten Käsewettbewerb errang Greyerzer aus dem bernischen Wasen Gold und Emmentaler von Guntershausen im Kanton Thurgau erzielte Bronze.

Mehr:
Gruyère überholt Emmentaler
Zutat:Greyerzer

Kein Wirtschaftsverständnis in der Vorarlberger Landesregierung?

Laut "Grünem Bericht 2008" haben sich also 2007 österreichweit die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Durchschnitt um 14,4 Prozent auf 25.462 Euro pro Betrieb erhöht. Nur in Vorarlberg hat es Minus gegeben und zwar um 14 Prozent auf 21.120 Euro.

Laut ORF Vorarlberg hat der Agrar-Landesrat die Entwicklung so erklärt: "Grund für das Minus seien vor allem die hohen Investitionen, so Agrarlandesrat Schwärzler. Bis zum Jahr 2012 müssten alle Stallgebäude den neuen Tierschutz-Richtlinien angepasst werden. Vieh-Bauern in Innerösterreich würden deshalb immer öfter zu Wein- oder Marktfruchtanbau wechseln. Das sei in Vorarlberg nicht möglich."

Da stellt man sich schon die Frage, ob denn ein Vorarlberger Landesrat weniger betriebswirtschaftliches Wissen haben muss als jeder nur durchschnittliche Absolvent einer kaufmännischen Lehre hat.
Denn: Wer Investitionen und Aufwand nicht auseinanderhalten kann, ist - zumindest im Kaufmannsberuf - völlig ungeeignet für eine selbständige Berufsausübung!
Linktipp:
Landhaus-Monitor: Buchführung Null Ahnung?
Investition vs. Aufwand – Abgrenzungsfragen
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft 2007 (Grüner Bericht 2008)